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Holzkohle und ihre Herstellung

 

In der waldreichen Gegend der Schorfheide spielte die Herstellung von Holzkohle schon immer eine bedeutende Rolle. Seit dem Altertum war sie eine wesentliche Form der Waldnutzung. In Verbindung mit anderen Gewerken, wie z. B. der Pottascheerzeugung, folgte dem enormen Holzverbrauch eine Dezimierung des Waldes.


Holzmeileraufbau (noch nicht abgedeckt)
Zeichnung: H. Domnick
Noch bis ins vorige Jahrhundert wurden die Holzmeiler betrieben. Hierbei wurden um einen mittleren Schacht Holzscheide zu einem Holzkohlemeiler aufgestapelt (s. Abbildung) und außen mit Erde und Rasen bedeckt. Der Köhler hatte darauf zu achten, dass die Abdeckung geschlossen blieb, um eine offene Flammenbildung zu verhindern. Abgesehen von einem Teil des Holzes in der Mitte des Meilers, verkohlte die Masse des aufgestapelten Holzes. Es entstand eine sehr leichte, schwarze, poröse Kohle, bei der die Zellstruktur des Holzes noch unter dem Mikroskop zu erkennen war.
Die Holzkohle besteht zu etwa 82 % aus Kohlenstoff, 4 % Wasserstoff, 13 % Sauerstoff und 1% Asche. 100 kg lufttrockenes Holz ergaben, je nach der Schnelligkeit des Verkohlungsprozesses, 20 bis 34 kg Holzkohle.
Holzkohle fand bis ins 18. Jahrhundert als Brennmaterial für die Eisenverhüttung, zur Herstellung von Schwarzpulver und bei vielen anderen Produkten Verwendung. Noch heute ist sie zum Grillen geschätzt. Sie dient aber auch als Aktivkohle zum Filtern.
Gegenwärtig werden zur Holzverkohlung, Holzverkokung oder Holzdestillation eiserne Retorten genutzt. In diesen Anlagen wird unter Luftabschluss trockenes Holz auf 275 °C erhitzt. Nach Einsetzen der Verkokung steigt die Temperatur auf etwa 450° C. Eine sehr moderne Anlage, die vorwiegend auf Laubholzbasis arbeitet, entstand in den 90er Jahren in Neuehütte (nördlich von Eberswalde). Leider ist sie nicht mehr in Betrieb.

 

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© Märkische Eiszeitstraße, H. Domnick, 2004