Gutshaus Göritz [UM]

Das Gut in Göritz war seit Mitte des 18. Jahrhunderts bis 1945 Eigentum der Familie von Wedel, einem Adelsgeschlecht, das in die preußische Militärgeschichte eingegangen ist. Ihre Güter ließen sie zu allen Zeiten verwalten und nutzten das Gutshaus als Landsitz.
Georg Vivigenz von Wedel erlangte Berühmtheit als Führer eines Grenadierbataillons in den Schlesischen Kriegen 1744, als er den Elbübergang der Österreicher um Stunden verzögern konnte. Ein Jahr später fiel er in der Schlacht bei Soor.

Ehemaliges Gutshaus Göritz
Lithografie nach Alexander Duncker
(1857 - 1883)

Carl Heinrich von Wedel (1712 - 1782) zeichnete sich in den Schlachten des Siebenjährigen Krieges aus. Als die Schweden im Jahre 1758 Berlin bedrohten schlug er am 25. September General Hamilton mit 4000 Mann. Er überfiel am 14./15. Oktober General Wesenstein in Boitzenburg. König Friedrich II. beförderte ihn zum Generalleutnant und berief ihn zum ersten Kriegsminister Preußens. 1779 zog sich von Wedel auf sein Gut in Göritz zurück, ohne eine Pension vom König erhalten zu haben, und verstarb hier.
Carl Heinrich von Wedel gilt als Bauherr des Gutshauses Göritz im späten 18. Jahrhundert. Auf den alten massiven Kellergewölben eines Vorgängerbaus um 1662 ließ er einen bescheidenen einstöckigen Fachwerkbau mit schlichter Putzfassade errichten. Wie die Lithografie nach Duncker zeigt, wurde es späterhin mit einem hohen Mansarddach überformt.

Carl Heinrich von Wedel löste nach 1764 die auf Göritz lastenden Schulden aus und konnte seinem Sohn, Carl Otto von Wedel, ein weitgehend schuldenfreies Gut überlassen. Seither war das Gutshaus Wohnsitz derer von Wedel bis 1945.
Ende des 19. Jahrhunderts erfolgte ein zweigeschossiger Anbau, der sich leider nicht dem Altbau anpasste, sondern der Mode in historisierendem Stil folgte. Auch die aufgesetzten Zwerchhäuser entstanden in dieser Zeit.
Nach 1945 wurde das ehemalige Gutshaus als Schule genutzt - und vernutzt. Derzeit steht es leer und wartet auf Sanierung.

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© Märkische Eiszeitstraße, M. Klebert, 2004