Gutshaus Cöthen

Cöthen Schloss. Foto W. ebert

Unweit von Bad Freienwalde ist Cöthen, ein Ortsteil von Falkenberg, zu finden. Zunächst fallen dem Besucher die großen Wirtschafsgebäude aus gespaltenen Feldsteinen mit neogotischen Spitzbogenfenstern ins Auge. Gegenüber, getrennt durch die Straße, liegt das ehemalige Gutshaus,algemein als Schloss bezeichnet.  Es ist ein stattlicher Putzbau, an neobarock erinnernd. Am Eingang bekundet ein Schild, dass hier die Laurentius-Schule für Behinderte ihren Sitz hat. Sie wird von der St. Stephanus-Stiftung Berlin-Weißensee betreut



Das ehemalige Schloss in Cöthen.Foto W. Ebert
 
Die Geschichte des Gutshauses geht zurück auf das Jahr 1721, als Reichsgraf Heino Heinrich von Flemming auf Buckow wegen Verschuldung die Güter Cöthen, Dannenberg und Falkenberg an die Familie von Jena verkaufen musste. Gottfried von Jena ließ inmitten des Dorfes ein barockes Gutshaus bauen - zweigeschossig mit hohem Walmdach, mindestens 13 Fensterachsen breit. Der Barockgarten stammt wohl auch aus dieser Zeit.




Ehemaliges Gutshaus Cöthen. Lithografie nach Alexander Duncker (1857 - 1883)

Nach zeitlicher Unterbrechung übernahm die Familie von Jena 1795 wiederum die Bewirtschaftung der Güter. Carl Friedrich von Jena kaufte die restlichen 5 Bauernstellen in Cöthen auf, baute eine Mühle und eine Dampfbrennerei und erneuerte die Wirtschaftsgebäude. Das ansteigende Gelände am Cöthener Fließ animierte ihn zum Bau eines sehr weitläufigen Landschaftsparks mit Grotten und Wasserspielen - ein Zeugnis der beim Adel im Oberbarnim in Mode gekommenen Gartenbaukunst. 1824 ließ er das Lusthaus "Carlsburg" errichten, das seit 1838 als Gaststätte genutzt wird. Von der Terrasse aus, die direkt am Steilabfall der Barnimhochfläche liegt, eröffnet sich ein herrlicher Ausblick auf das Niederoderbruch.

Der Sohn, Fritz von Jena, ließ 1881 das barocke Gutshaus abreißen. Nur die Lithografie nach Alexander Duncker erinnert noch daran.
Er ließ am östlichen Ortsrand ein anderes Herrenhaus bauen, das jedoch abbrannte; 1902 errichtete er an gleicher Stelle ein neues in Neobarock.
1951-1954 wurde es zu einer Ausbildungsstätte des Ministeriums für Außenhandel der DDR aus- und umgebaut, und ab 1958 als Heim für Kinder genutzt, deren
Eltern für das Ministerium im Ausland arbeiteten. Späterhin war es Schulgebäude.

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© Märkische Eiszeitstraße, M. Klebert, 2004