Verlauf der Ferien- und Erlebnisstraße |
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Die Märkische Eiszeitstraße führt auf 340 Kilometer durch den Nordosten Brandenburgs, der sich großräumig zwischen Berlin und Stettin (Szczecin) befindet, und verbindet so die Landkreise Barnim und Uckermark sowie den nördlichen Teil des Landkreises Märkisch Oderland.
Dieses Gebiet wurde ausgewählt, weil es unabhängig von den politischen und Verwaltungsgrenzen (einschließlich der touristischen) aus der Sicht der Land- schaftsgenese eine Einheit mit vielen Gemeinsamkeiten in der Entstehungs-, Siedlungs- und Kulturgeschichte aufweist und damit eine Tourismusregion bildet.
Die Ferien- und Erlebnisroute führt durch reizvolle Landschaften mit einem ungewöhnlichen geologischen Formenschatz, einer großen Vielfalt an unterschied- lichen Lebensräumen sowie vielen historischen Kostbarkeiten. Naturerlebnis, Kultur und Erholung vereinen sich in idealer Weise.
Die Märkische Eiszeitstraße unterstützt die naturverbundene touristische Erschließung des Nordosten Brandenburgs mit seiner exzellenten naturräumlichen Ausstattung in den vier Großschutzgebieten (Nationalpark Unteres Odertal, Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin, Naturpark Barnim und Naturpark Ucker- märkische Seen).
Mit der Märkischen Eiszeitstraße ist keine Ferienstraße im üblichen Sinne gemeint. Die "Erlebnisroute" verbindet zwölf Ausgangspunkte zum Entdecken, Erleben und Genießen der einmaligen Landschaften. Diesen Orten, die von Berlin aus gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar sind, wird in der Beschreibung ein als Region bezeichnetes Umfeld zugeordnet. Somit besteht das Gebiet der Märkischen Eiszeitstraße aus 12 Regionen: Bernau, Groß Schönebeck, Joachimsthal, Templin, Lychen, Boitzenburg, Prenzlau, Schwedt, Angermünde, Oderberg, Bad Freienwalde und Eberswalde.
Das Ferienstraßenprojekt wurde im Jahre 1993 von der "Gesellschaft zur Erforschung und Förderung der Märkischen Eiszeitstraße e. V." initiiert und schrittweise realisiert. Am 4. August 1997 konnte die durch Straßenschilder gekennzeichnete Ferienstraße feierlich eröffnet werden.
Zahlreiche Orientierungstafeln verweisen auf Sehenswürdigkeiten und Erholungs- möglichkeiten entlang der Märkischen Eiszeitstraße. Wichtige geologische und kulturelle Besonderheiten werden in drei Sprachen (deutsch, polnisch, englisch) ausführlich erklärt. |
Warum Eiszeitstraße und was zeichnet dieses Gebiet aus?
Allgemein gilt natürlich, daß alle Land- schaften in Brandenburg ihre Gestalt von Gletschern verschiedener Kaltzeiten und deren Ablagerungen erhielten.
Alle diese Landschaften, ob im Fläming, in der Niederlausitz, in den großen Niede- rungen entlang der Havel und der Elbe, sind ebenfalls eiszeitlich geprägt und haben ihren eigenen Reiz.
Was ist nun aber das Besondere und Einzigartige an der Landschaft im Nord- osten?
• Auf einer Entfernung von nicht mehr als 120 Kilometern finden wir insgesamt 6 Endmoränen-Staffeln, das heißt, im Durchschnitt lag aller 20 Kilometer eine Eisrandlage. |
• Eine hohe Reliefenergie und eine sehr abwechslungsreiche Landschaft sind das Charakteristikum des Jungmoränengebietes.
• Im Gebiet gibt es neben den Grundformen (Grund- und Endmoräne, Sander und Urstromtal) zahlreiche geologische Sonderformen und Geotope, wie Kames, Oser und Drumlins, aber auch Binnendünen, Trockentäler, imposante Findlinge und vieles mehr. Sie alle haben ihre eigene interessante Entstehungsgeschichte.

Die Karte zeigt den Verlauf der Märkischen Eiszeitstraße
und die Lage des Geoparks Eiszeitland am Oderrand (2011)

Die Karte zeigt die Lage des Nationalparkes Unteres Odertal,
des Biosphärenreservates Schorfheide-Chorin,
der Naturparke Uckermärkische Seen
und Barnim zum Geopark Eiszeitland am Oderrand (2011)
• Die Landkreise Barnim und Uckermark verfügen über insgesamt 786 Seen (!) von über 1 ha. Dies ist ein sonst nirgends vorhandener Seenreichtum. Aber nicht nur die Zahl, sondern auch die Formenvielfalt ist ausgesprochen bemerkenswert. Erstaunlich hoch ist die Anzahl der Sölle.
• Nahezu alle Verlandungsformen von Seen, also Schilfflächen, Sümpfe und Moore sind außergewöhnlich zahlreich und mit verschiedenster Entstehung und Ausbildung im Gebiet zu erleben.
Die Vielfalt und Abwechslung der geologischen Erscheinungsformen ist zugleich die Grundlage für eine große Vielfalt an Tieren und Pflanzen. Im Gebiet leben noch viele Arten, vom Seeadler und Uhu über Biber und Fischotter, bis zum Dreizähnigen Knabenkraut und Frühlings-Adonisröschen, die in vielen anderen Gebieten Deutschlands bereits ausgestorben sind.
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Zusammenfassend kann man feststellen, daß alles, was das nordöstliche Deutsch- land an landschaftlicher und biotischer Vielfalt zu bieten hat, sich im Bereich der Märkischen Eiszeitstraße auf kleinem Raum wiederfindet.
Aber auch viele kulturhistorische Beson- derheiten und wertvolle Zeugen der Technikgeschichte finden wir entlang der Märkischen Eiszeitstraße. Erwähnt seien hier nur das Zisterzienserkloster Chorin, die Marienkirche in Prenzlau, die alten Wehranlagen in Templin und die vielen alten Feldsteinkirchen, aber auch das Schiffshebewerk Niederfinow, denkmalgeschützte Kanalschleusen, Hub- und Klappbrücken, das Messingwerk in Eberswalde sowie historische Zeugnisse einheimischer Handwerkskunst und industrieller Produktion. Ehemalige Schlösser sind heute besuchenswerte Museen, Hotels oder Gaststätten. Interessante Burgruinen erinnern daran, daß diese Region in der Vergangenheit immer wieder Schauplatz zerstörerischer Kriege war.
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© Märkische Eiszeitstraße, Ebert, 2002 | |