Hohenwutzen

 

Der Ort wurde von Slawen gegründet. Er hieß früher Botzow (ein wendischer Name).
Der Rundling am Nordrand des Dorfes entstand erst nach der slawischen Besiedlung. Hohenwutzen wurde 1337 erstmals im Landbuch der Neumark erwähnt. Es gehörte den Herren zu Neuenhagen und auch danach teilte der Ort das Schicksal der anderen Inseldörfer.
Im 2. Weltkrieg wurden 48 Gebäude der kleinen Gemeinde zerstört. Die Bodenreform gab 1945 16 Neubauern eine neue Lebensgrundlage. 1954 schlossen sich 13 Bauern zur Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaft (LPG) zusammen. Anfang der 90er Jahre wurden Tier- und Pflanzenproduktion wieder privatisiert.


Oderbrücke von Hohenwutzen / W. Ebert

Hohenwutzen liegt direkt an der polnischen Grenze und ist durch die Oderbrücke mit dem Nachbarland verbunden. Diese Brücke wurde von 1952 - 1957 gebaut und 1993 dem öffentlichen Grenzverkehr freigegeben. Die Brücke steht an der Stelle, wo 1903 die ehemalige Saldernbrücke (Name des damaligen Geldgebers) stand. Noch weiter zurück verband beide Ufer eine Kettenfähre.
Die 1903 im Ort errichtete Getreidemühle ist heute technisches Denkmal.


Denkmal "Oderwelle" / W. Ebert
Durch Landabtragungen der Oder wurde 1985/1990 eine Uferbefestigung notwendig. Zur Erinnerung an diese Uferbefestigungsmaßnahmen wurde eine bronzene Welle ins Ufer eingelassen. Die Welle trägt die Inschrift:
"Wer das Wasser in seine Gewalt bringt, macht Fluch zum Segen."
Die Schmiede besteht seit 1870 und ist seither im Besitz der Familie Rollin. Die Schmiede wird noch heute für Reparaturen und zum Pferdebeschlagen genutzt.

 

1905 wurde die Getreidemühle in Betrieb genommen. 1929 entstand der Anbau, in dem bis 1995 eine Bäckerei untergebracht war. Die Mühle ist ein technisches Denkmal und wird bis heute noch betrieben.

Blick auf die demontierte Fabrik auf polnischer Seite Foto: H. Domnick
Blick auf die demontierte Fabrik auf polnischer Seite heuteTeil des Polenmarktes.  Foto: H. Domnick

Das weitestgehend natürliche Oderbett bei Hohenwutzen.Foto: H. Domnick

Literatur:
Faltblätter mit Dorfbeschreibung und Dorflehrpfad von Hohenwutzen und Broschüre "Geschichte der Ziegelei".
Herausgegeben vom Verein zur Förderung von Beschäftigung und Qualifizierung Bad Freienwaldee. V.

©  Märkische Eiszeitstraße, H. Domnick, 2004